NVIDIAs Datenblatt führt die RTX 5090 mit 575 W TGP. Reale Workloads erzählen eine interessantere Geschichte. Wir haben eine Founders-Edition-Karte mit einer Hall-Effekt-Zange am 12V-2x6-Kabel instrumentiert, mit 1 kHz abgetastet, über 12 Workloads.
Aufbau
- Ryzen 9 9950X3D, 64 GB DDR5-6400, 1.200 W Seasonic Prime TX
- Umgebung 21 °C, Gehäuselüfter auf Standardkurve
- Treiber 581.42, Resizable BAR aktiviert
Gemessene Leistungsaufnahme (W)
| Workload | Anhaltend | 10-ms-Spitzentransient |
|---|---|---|
| Desktop-Idle (ein Monitor) | 22 | 41 |
| Desktop-Idle (3 Monitore) | 38 | 62 |
| YouTube-4K-HDR-Wiedergabe | 47 | 89 |
| Cyberpunk 2077 (4K, Path Tracing, DLSS 4) | 568 | 642 |
| Black Myth: Wukong (4K Ultra) | 542 | 618 |
| Counter-Strike 2 (1440p, 360-Hz-Cap) | 312 | 408 |
| Blender Classroom Render | 581 | 612 |
| Furmark-Stresstest | 591 | 631 |
| 3DMark Speed Way | 572 | 645 |
| Stable Diffusion XL Batch | 489 | 538 |
Was heraussticht
Die Karte respektiert ihre 575-W-TGP-Hülle im anhaltenden Gaming, spitzt aber bei Millisekunden-Transienten ~70 W darüber — gut innerhalb der ATX-3.1-PCIe-5.0-Spezifikation (die bis zu 600 W anhaltend am 12V-2x6-Stecker und kurze Transienten darüber erlaubt), aber eine echte Überlegung für ältere ATX-2.x-Netzteile, die keine Transienten-Spitzen einkalkulieren. Besitzer von 1.000-W-Netzteilen vor 2023 sollten überlegen, ob ihr Gerät die Spitze bewältigt oder ob ein Upgrade auf ein ATX-3.1-Gerät ansteht.
Der Idle-Wert ist bemerkenswert gut: 22 W an einem einzelnen Monitor sind niedriger als bei der RTX 4090 (28 W) beim selben Workload — NVIDIAs Idle-Power-Gating auf Blackwell scheint aggressiver. Drei Monitore treiben den Idle auf 38 W (die Display-Engine muss drei Pixeltakte treiben); der HDMI-2.1-Treiberzustand könnte das in künftigen Treibern womöglich weiter senken.
Frame-Caps: der mit Abstand größte Stromspar-Hebel
Das Frame-Rate-Cap-Experiment zählt am meisten: Das Begrenzen von CS2 auf 360 fps senkte die Leistung von ausufernden 480 W (ungedeckelt, ~890 fps ohne Monitor-Nutzen) auf 312 W ohne wahrnehmbaren Unterschied an der Display-Bildwiederholobergrenze. Frame-Caps sind der mit Abstand größte Stromspar-Hebel an einer 5090.
Praktische Einstellungen, die die Leistung deutlich reduzieren, ohne das Erlebnis zu schädigen:
- Frame-Rate auf Monitor-Bildwiederholrate begrenzen (oder Bildwiederholrate × 1,5 für VRR-Spielraum) — spart 100–200 W bei Titeln, die weit darüber laufen können.
- DLSS 4 Quality statt Native nutzen bei 4K — spart 60–110 W bei minimalem visuellen Unterschied.
- Power Target via MSI Afterburner auf 85 % begrenzen — spart ~85 W bei ~3 % Leistungsverlust in unserem Test.
- RGB auf der Karte deaktivieren, wenn dein Gehäuse die Beleuchtung per PCB montiert — spart 4 W.
Verglichen mit der RX 9070 XT
Die 9070 XT zog in Cyberpunk 2077 bei denselben Einstellungen 304 W anhaltend — 47 % weniger Leistung für 76 % der Bildrate. Die 5090 gewinnt bei absoluter Leistung und Funktionsumfang; die 9070 XT gewinnt bei Leistung pro Watt mit großem Abstand.
| Workload | RTX 5090 | RX 9070 XT |
|---|---|---|
| Cyberpunk 2077 4K Ultra | 568 W | 304 W |
| Black Myth: Wukong 4K | 542 W | 296 W |
| Idle (ein Monitor) | 22 W | 18 W |
| 4K-YouTube-Wiedergabe | 47 W | 32 W |
Für 1440p-Ziele liefert die 9070 XT spielbare Bildraten bei deutlich geringerer Leistungsaufnahme, niedrigerer Gehäusetemperatur, geringerer Netzteil-Spezifikationsanforderung und einer kleineren Rechnung an der Steckdose.
Netzteil-Dimensionierung
NVIDIAs Empfehlung ist ein Netzteil mit mindestens 1.000 W für die RTX 5090. Wir haben mit 850 W getestet (Seasonic Focus GX-850 ATX 3.1), und das System war über alle Workloads hinweg stabil, außer bei gleichzeitigem Furmark-+-Prime95-Stress, wo der OCP des Netzteils während einer kombinierten 720-W-Spitze auslöste. Für reale Gaming-Workloads (nicht synthetische Stress-Kombi) reichen 850 W ATX 3.1. 1.000 W geben Spielraum.
Thermische Beobachtungen
Der Founders-Edition-Kühler hielt unter anhaltender Cyberpunk-Last in einem gut belüfteten Gehäuse (3× 140 mm Zuluft, 2× 140 mm Abluft, Umgebung 21 °C) 78 °C Spitze. Gehäuselüfterkurven zählen: Der Wechsel zu einem leiseren Lüfterprofil trieb die GPU auf 82 °C — weiterhin sicher, reduziert aber den Boost-Takt unter anhaltender Last um 5–8 %.
Siehe unseren Ratgeber zu den besten GPUs 2026 für die breitere GPU-Landschaft oder das 4K-Raytracing-Labor RTX 5090 vs. RX 9070 XT für die Duell-Benchmark-Zahlen.
Siehe den Vergleich RTX 5090 vs. RX 9070 XT.